Aktuelle Zahlen zeigen auf, dass Muslime inzwischen in Wiener Volks- und Neuen Mittelschulen die größte religiöse Gruppe bilden. Nun fordern Multikulti-Politiker ein Ende des klassischen Religionsunterrichts, so der Kurier.

Im gemeinsamen Alltag erleben sie die Migrationsgesellschaft und die ganze Bandbreite der Kulturen, sagt der Soziologe Kenan Güngör: "Die Schule ist der Ort, wo man sich über Werte und Weltanschauungen austauschen kann und auch sollte, denn sie ist der wichtigste Sozialisationsraum für junge Menschen."

Was wäre da geeigneter als ein gemeinsames Fach "Ethik und Religionen" für alle? Seit nunmehr 20 Jahren läuft das Projekt als Schulversuch – mittlerweile an 230 Standorten in Gymnasien und Neuen Mittelschulen (NMS).

Michael Jahn, ehemaliger Schulleiter des BORG Hegelgasse 12 in Wien und Mitautor des ursprünglichen Konzepts für den Ethikunterricht, sagt, dass "wir das Fach heute mehr denn je brauchen. Denn wenn man Ethik ernst nimmt, stellt man fest, dass alle Kulturen und Religionen vergleichbare Grundsätze haben. Auch im Koran gibt es ähnliche Regeln wie bei Immanuel Kant und im Christentum. Für Muslime ist das eine Möglichkeit, wo sie sich wiederfinden können." In seiner Schule wurden katholischer Religions- und Ethikunterricht zur selben Zeit eingeteilt, damit die Lehrer gemeinsame Projekte durchführen konnten. "Der islamische Religionsunterricht findet am Nachmittag gesammelt an anderen Schulen statt. Doch sie besuchen auch gerne den Ethikunterricht, obwohl sie da eine Freistunde hätten und ins Kaffeehaus gehen könnten."

Guter Religionsunterricht gehe in eine ähnliche Richtung, beobachtet Jahn, aber letztlich werde alles aus dem Gesichtspunkt der Religion bewertet. Und natürlich gebe es in allen Religionen schwarze Schafe, gibt der Grüne Harald Walser zu bedenken. Besorgniserregend sei die Studie des Soziologen Mouhanad Khorchide, "wonach 21 Prozent der islamischen Religionslehrer die Demokratie offen ablehnen. 27 Prozent sprechen sich sogar gegen die Einhaltung der Menschenrechte aus. Da muss der Staat reagieren", sagt Walser. Auch FPÖ-Bildungssprecher Wendelin Mölzer fordert: "Es ist wichtig, auf Inhalte und Lehrpläne zu schauen und darauf, wer den Unterricht abhält. Mir liegt eine Liste von 80 islamischen Religionslehrern vor, für die Ausnahmen bei Kriterien wie Staatsbürgerschaft oder Sprachkenntnissen gemacht wurden."

Gudenus: Morgen in ganz Wien?

Der FPÖ- Politiker und Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus warnt vor dieser besorgniserregenden Entwicklung. Das muslimische Schüler in Wien die größte Gruppe bilden, „müsste eigentlich bei jedem Österreicher die Alarmglocken schrillen lassen“, so Gudenus. Weiters habe die „unsägliche rotgrüne Stadtregierung“ mit ihrer „dumpflinken Willkommenspolitik“ die „Interessen der Wiener Bevölkerung verraten“. Auch warnt er vor einer weiteren Radikalisierung in Moscheen, Kindergärten und Schulen: „Es darf daher nicht weiter Steuergeld für die Ausbreitung islamischer Kindergärten, Schulen und Vereine verschwendet werden.“

 

Quelle: Kurier/id/ots