Zu den Verlusten der Exportwirtschaft in reinen Zahlen kommt noch der menschliche Faktor hinzu. Im Durchschnitt gingen durch das entgangene Exportgeschäft in den USA zwischen 51'043 und 66'436 Arbeitsplätze jedes Jahr verloren. 2008 erreichte die Anzahl an Jobs die nicht geschaffen wurden laut der Studie sogar 214'657 bis 279'389.

 

Für Deutschland beläuft sich der Exportverlust zwischen 23.1 und 73.0 Milliarden Dollar nur zwischen 2010 und 2012. Italien und Frankreich folgen mit 13.6 bis 42.8 und 10.9 bis 34.2 Milliarden Dollar jeweils. Zwischen 2010 und 2012 waren die Kosten der Sanktionen für die EU doppelt so hoch wie für die USA, wie die Studie aufzeigt.

Laut iranischen Botschafter in Bern entgeht der schweizer Wirtschaft ein Exportgeschäft von mehr als 3 Milliarden Franken pro Jahr. Teheran würde gerne kaufen, die schweizer Firmen gerne liefern, dürfen aber nicht, weil die "Weltarroganz" es verbietet. Das kommt davon wenn man als "neutraler Staat" aus Mangel an Rückgrat sich den illegalen Sanktionen der USA und EU anschliesst. Wir wissen schon lange, das EDA ist von der NATO okkupiert und der Bundesrat ein folgsamer Schosshund.

Mit einer Bevölkerung von 76.5 Millionen wäre der Iran ein sehr lukrativer Markt für westliche Produkte. Durch die seit 35 Jahren verhängten Sanktionen ist der Iran gezwungen worden, alles was es vorher aus dem Westen importierte durch eigene Produktion zu ersetzen und ist mittlerweile zu über 90 Prozent Selbstversorger. Deshalb, Sanktionen schaden am meisten den der sie verhängt und nicht das Zielland, speziell wenn es gross genug ist und reichlich Ressourcen hat, um eine eigene Produktion als Ersatz auf die Beine zu stellen. 

 


Der ursprüngliche Grund für den Beginn der amerikanischen Sanktionen gegen den Iran ist praktisch in Vergessenheit geraten und wurde über die Jahre immer neu erfunden. Am 4. November 1979 hat eine Gruppe von iranischen Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt, weil Washington sich weigerte den brutalen Diktator Schah Reza Pahlavi auszuliefern, der in den USA weilte. Die Studenten hielten das Botschaftspersonal ergebnislos als Druckmittel, bis eine Freilassung vereinbart wurde, die im Januar 1981 erfolgte. 

Washington brach deswegen die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab, beschlagnahmte alle iranischen Vermögen in den USA, verhängte Sanktionen, bezeichnet das Land als "Schurkenstaat" und stellte es auf die Liste der "Achse des Bösen". Nicht zu vergessen ist aber, die US-Botschaft war die Zentrale der eigentliche Schattenregierung während der Schah-Zeit und kontrollierte das Land, speziell die Ölindustrie im Interesse der westlichen Ölkonzerne. 

Siehe unseren Besuch der ehemaligen Geheimzentraleinnerhalb der US-Botschaft in Teheran. Ist jetzt ein öffentliches Museum. 

Nach der iranischen Revolution und Absetzung des Schah wurde die Ölindustrie verstaatlicht und das Land emanzipierte sich generell vom amerikanischen Einfluss, von der Kontrolle und der Kolonialherrschaft. Das ist der eigentliche Grund für die Sanktionen, dass der Iran es wagt sich nicht dem US-Imperialismus zu unterwerfen. Wer die grössten Gas- und Ölquellen der Welt hat, darf sicher nicht frei darüber entscheiden.

Alle Länder der Welt müssen Washington gehorchen, bzw. sich von den Finanzkriminellen der Wall Street und City of London ausbeuten lassen. Wer es nicht tut wird mit Sanktionen bestraft oder mit einem Krieg überzogen. Dazu erfindet man Kriegsgründe. Wer sich nicht wehren kann wird überfallen und ein "Regimewechsel" unter dem Vorwand der "Demokratisierung" vollzogen. Siehe Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien. 

 



Später kam dann die Beschuldigung dazu, der Iran würde ein Atomwaffenprogramm betreiben. Schon seit über 25 Jahren behauptet Washington, in 12 Monaten hat Teheran die Atombombe. Dann vergeht diese Zeit, nichts was vorhergesagt wurde trifft ein, aber die Behauptung wird ständig wiederholt. Jedes Jahr wieder und am meisten vom zionistischen Regime. Eine erfundene Gefahr und ein Feindbild, um die Drohungen gegenüber dem Iran rechtfertigen zu können.

Nur, diese Sanktionen als Strafe für die Weigerung sich dem Imperium zu unterwerfen haben ihren Preis und kosten wie aufgezeigt Amerika und Europa am meisten. Da aber der Westen in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise steckt, mucken die globalen Konzerne schon länger auf und beschweren sich über das entgangenen Geschäft. Die Mantra des notwenigen Wachstum, den die westlichen Politiker einschliesslich Merkel ständig von sich geben, erreicht man nur durch neue Märkte. 

Deshalb scheint man sich in Wien bei den Atomgesprächen langsam zu einigen, um aus der Sackgasse zu kommen. Washington muss einen "Kompromiss" finden, den es als Grund für die dauerhafte Aufhebung der Sanktionen präsentieren kann. Teheran wiederum sagt, es verfolgt seit jeher nur die friedliche Nutzung der Atomenergie, warum einknicken? So muss jede Seite sein Gesicht waren und darüber wird gerade gefeilscht.

 

Quelle: ASR