Seit Mitte Dezember 2015 ist der verehrte Scheich Ibrahim Zakzakiy samt seiner Ehefrau inhaftiert Es gibt keinerlei Nachricht über seine Verfassung seitdem. Die letzte Nachricht über ihn ist vom Ende des Jahres 2015: dass er vom nigerianischen Militär angeschossen und verhaftet wurde.

Da auch im gleichen Zeitraum Scheich Schahid Baqir al-Nimr  durch die Saudis hingerichtet wurde, gab es sofort an mehreren Orten Kundgebungen, Mahnwachen, Demonstrationen und Veranstaltungen zur Verurteilung der Verbrechen des nigerianischen Militärs und des saudischen Regimes. Die Muslime forderten Vergeltung für die Ermordung Schahid al-Nimrs und die Freilassung Scheich Zakzakiys. Das alles geschah Anfang 2016. Doch was kam dann?

Schiiten wie Mohammed Mukhtar Sahabi machen in Westafrika nur einen kleinen Teil der Muslime aus. Die meisten dort sind Sunniten. Auch weltweit stellen die Anhänger dieser Glaubensrichtung mehr als 80 Prozent der Muslime. In Nigeria schätzt Roman Loimeier von der Universität Göttingen den Anteil der Schiiten sogar auf weniger als ein Prozent. Die schiitische Bewegung sei in dieser Region noch jung und habe dort keine historische Tradition: "Die Präsenz der Schiiten lässt sich mit der iranischen Revolution von 1978/1979 erklären, die in Westafrika unter Muslimen für viel Furore gesorgt hat", so Loimeier. Er erzählt auch, dass Al Zakzaky, der religiöse Führer der Schiiten in Nigeria, damals von der Revolution im Iran begeistert gewesen sei und sich lange selbst dort aufgehalten habe.

"Aus solchen Kontakten mit dem Iran sind dann in den 1980er Jahren sowohl in Nordnigeria als auch in anderen Teilen Westafrikas erste Pro-Iranische und dann auch schiitische Gruppierungen hervorgegangen", sagt Loimeier. So auch die 'Islamic Movement in Nigeria', ein Zusammenschluss von Muslimen, dem hauptsächlich Schiiten angehören und den Al Zakzaky anführt.

Seit den letzten Protesten ist nun fast schon ein halbes Jahr vergangen. Es scheint, als hätten die Muslime, insbesondere die Schiiten, ihren inhaftierten Scheich vergessen. Kaum ein Wort der Unterstützung ist zu hören. Imam Chamene’i hat dieses Schweigen verurteilt und darauf hingewiesen, dass Scheich Zakzakiy ein wahrhaftiger, friedfertiger, bereinigender Mu’min (Überzeugter) ist, der tausende seiner Anhänger und sechs eigene Söhne auf dem Weg der Revolution des Lichtes geopfert hat. Wie sollen die Muslime Scheich Zakzakiy beistehen und dieses Schweigen brechen?

Sicherlich waren die Demonstrationen und ähnliche Veranstaltungen zur gegebenen Zeit ein richtiges und wichtiges Mittel. Doch darf die Unterstützung dieser wichtigen Menschen niemals ein Ende finden. Oft ist es so, dass wir lediglich einen sehr oberflächlichen und beschränkten Blick auf die Vorkommnisse und Persönlichkeiten haben. Diesen müssen wir, wie Imam Chamene’i fordert, mit Basira (Weitsicht) ersetzen. Weitsicht bedeutet vor allem, dass wir die Ereignisse nicht nur lokal und begrenzt, sondern global und miteinander vernetzt betrachten sollten.

Die Revolution des Lichtes ist von Imam Hussein (a.) in Kerbala gestartet worden. Ihr Ziel ist die Befreiung des Menschen von den von ihm selbst errichteten Hindernissen der Ungerechtigkeit. Ist diese Ungerechtigkeit beseitigt, so kann der Mensch das Ziel seiner Schöpfung erreichen: die freie Entfaltung des Geistes Gottes im Menschen zum Empfang der absoluten Liebe Allahs (swt). Der heilige Imam Hussein (a.) lebte vor, dass alles – auch er selbst als ma’sum (fehlerfreier) Imam – diesem Weg geopfert sein soll.

Schahid Baqir al-Nimr und Scheich Zakzakiy sind zwei leuchtende Persönlichkeiten, die sich dieser Revolution des Lichtes an ihren jeweiligen Orten angeschlossen und sie angeführt haben. Sie haben diesen Weg bewusst gewählt und sie haben gewusst, dass dieser Weg mit Opfern verbunden sein würde. Scheich Zakzakiy opferte sechs Söhne und war dankbar dafür. Die Opfer bestärkten ihn in seinem Weg. Schahid al-Nimr nahm sein Todesurteil mit einem Lächeln entgegen, denn das Urteil war für ihn die Bestätigung des Erfolges.

 

 

Um diese Persönlichkeiten zu unterstützen und nicht im Stich zu lassen, sollten wir die Revolution des Lichtes global betrachten. Unser Augenmerk sollte nicht nur lokal auf Zaria in Nigeria oder auf al-Awamiya im Hidschas gerichtet sein. Das Ziel darf nicht auf die Befreiung Scheich Zakzakiys begrenzt sein. Dieser begrenzte Blick ist vergleichbar mit einem Boxkampf, den wir als Zuschauer betrachten und von außerhalb beeinflussen wollen. Um den Kampf zu beeinflussen, müssen wir schon in den Ring steigen. Im übertragenen Sinne bedeutet das, dass es die beste Unterstützung dieser Befreiungstheologen ist, wenn wir uns an unserem Wohnort der globalen Revolution des Lichtes anschließen und diese im Rahmen des Gesetzes voranbringen. Diese beiden Vorbilder haben uns gezeigt, dass für die Revolution Imam Husseins (a.) auch in der heutigen Epoche alles geopfert sein möge.

Also lasst uns daran teilhaben, dass diese Persönlichkeiten nicht im Stich gelassen werden, und dass ihre Opfer für uns nicht umsonst gewesen sein mögen. Schließen wir uns der Revolution des Lichts an! Um ein Teil der Revolution zu werden, ist es unumgänglich, sich dem Vertreter des letzten Imams (a.), dem Revolutionsoberhaupt, anzuschließen.

Mögen die Muslime, so Allah will, Weitsicht erlangen und sich dem Vertreter Imam Mahdis (a.) anschließen, der Heiligkeit unserer Zeit, um die absolute Befreiung zu erlangen und die Opfer ihrer aufrichtigen Gelehrten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

 

Quelle: PressTV/eslam/Youtube/DW