Sie brechen aus der Türkei oder syrischen Nachbarstaaten auf: Hunderttausende Flüchtlinge kehren in ihre Heimat Syrien zurück – trotz des andauernden Konflikts. Das UN-Flüchtlingshilfswerk nennt dafür drei Gründe.

Hauptziele der Rückkehrer sind Aleppo, Hama, Homs und Damaskus. Also offenbar weitgehend von Präsident Baschar al-Assad und seinen Verbündeten eroberte Gebiete. Die meisten Geflohenen suchten nach Familienangehörigen oder wollten sich ein Bild von der Zerstörung ihrer Häuser und Besitztümer machen, erläuterte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Andere Heimkehrer glaubten an eine Verbesserung der Sicherheitslage, die in einigen Fällen ja auch tatsächlich zu beobachten sei.

Fast eine halbe Million syrische Binnenvertriebene sind nach UN-Angaben seit Jahresbeginn in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Seit Januar hätten sich mehr als 440.000 Syrer, die auf der Flucht vor Kämpfen im eigenen Land geblieben waren, auf den Weg nach Hause gemacht, berichtete UNHCR-Sprecher Andrej Mahecic in Genf. Rund 31.000 Syrer seien im selben Zeitraum aus Nachbarländern in ihre Heimat zurückgekommen. Besonders viele seien aus der Türkei in Richtung Heimat aufgebrochen. Insgesamt sei dies ein "bedeutender Trend und eine bedeutende Zahl". 

Die meisten Geflohenen suchten nach Familienangehörigen oder wollten ihr Eigentum sichern, erläuterte das Hilfswerk. Andere Heimkehrer glaubten an eine Verbesserung der Sicherheitslage, die in einigen Fällen tatsächlich zu beobachten sei. Viele Flüchtlinge seien aus der Türkei in Richtung Heimat aufgebrochen. Die meisten davon kämen in den Großräumen Aleppo, Hama, Homs und Damaskus an.

Nach rund vier Jahren ist die Terrormiliz (IS) nach Angaben von Aktivisten vollständig aus Aleppo abgezogen. Der IS habe sich zuletzt aus 17 Städten und Dörfern zurückgezogen und sei nun nirgendwo mehr in Aleppo präsent, erklärte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Angaben wurden aus einer syrischen Militärquelle bestätigt. Die syrische Armee hatte im Dezember 2016 mit massiver Unterstützung des russischen Militärs die Provinzhauptstadt Aleppo vollständig zurückerobert.

In den OECD-Ländern erreichte die Zahl der Migranten im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. Etwa fünf Millionen Menschen seien dauerhaft in die Mitgliedstaaten gekommen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Hinweis auf vorläufige Zahlen mit. Zu den OECD-Mitgliedern zählen 35 Länder, die vergleichsweise reich sind: von Neuseeland über Deutschland bis zu den USA.

Die Zuwanderung hatte laut Bericht ihren bisherigen Höchststand im Jahr 2007 mit 4,73 Millionen Menschen erreicht. Das war vor dem Ausbruch der internationalen Finanzkrise gewesen, die 2008 mit dem Zusammenbruch des US-Bankhauses Lehman Brothers begonnen hatte. 2015 waren es 4,7 Millionen Menschen gewesen.

Die Zahl der Asylbewerber sticht besonders heraus. Rund 1,6 Millionen Menschen beantragten im vergangenen Jahr Asyl in den OECD-Ländern, das waren ebenso viele wie im Jahr zuvor. Die Hauptherkunftsländer waren 2015 China, Syrien, Rumänien, Polen und Indien gewesen.

 

Quelle: epd/nd/Welt