«Ich werde dieses Gesetz mit meinem Scheckbuch neutralisieren» – Rachid Nekkaz Der algerische Millionär und Geschäftsmann Rachid Nekkaz (45) tritt offen für Religionsfreiheit ein und provoziert gerne. Nachdem in Österreich ein Burka-Verbot erlassen wurde, kündigte er an, sämtliche Strafen übernehmen zu wollen. Jetzt wurde der Aktivist in Paris blutig geschlagen.

Rachid Nekkaz sorgte Ende September für Schlagzeilen, als er ankündigte, Strafen für jene Frauen zu begleichen, die sich nicht an das Gesichtsverhüllungsgebot halten werden. Mit seiner Organisation "Touche pas à ma constitution" (Rühr meine Verfassung nicht an) übernimmt der Geschäftsmann bereits ähnliche Strafen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz. Der 45-Jährige landete im Krankenhaus und musste wegen einer gebrochenen Nase notoperiert werden.

Auf Facebook veröffentlichte der Millionär drei Videos von dem Vorfall. Der Sohn eines Politikers der algerischen "Nationalen Befreiungsfront" habe versucht, ihn zu "töten", da er die Wohnung von dessen Vater gefilmt habe, so Nekkaz. Zu sehen ist der Geschäftsmann unter anderem mit blutverschmierten Gesicht am Ort des Geschehens. Im Hintergrund sieht man, wie ein Mann von der Polizei festgenommen wird. Laut Nekkaz handelt es sich dabei um den Angreifer.

 

 

Nach Inkrafttreten des Burka-Verbots in Österreich kündigte Rachid Nekkaz an, alle fälligen Strafen zu bezahlen. Nun wurde er in Paris blutig geschlagen.

Seit 1. Oktober ist in Österreich das Gesichtsverhüllungsverbot in Kraft. Bei Nichteinhalten droht eine Busse von bis zu 150 Euro, Verweigerer riskieren sogar eine Festnahme.

Zuletzt meldete sich der algerische Muslim Rachid Nekkaz zu Wort. Er fordert Frauen auf, das Gesetz zu ignorieren.

 

 

«Ich adressiere meine Botschaft an alle Frauen in Europa und insbesondere an die Frauen in Österreich, die freiwillig die Burka tragen, ich werde immer da sein und die Strafen bezahlen», erklärte der Geschäftsmann im Interview mit «ServusTV». So soll er es auch bei Bussgeldern in Frankreich, Belgien, in den Niederlanden und der Schweiz gehandhabt haben.

"Ich möchte von Herrn Kurz bestraft werden"

In einem Interview mit ÖSTERREICH vor einigen Tagen ­erklärte Rachid Nekkaz seine Aktion und seine Motivation.

ÖSTERREICH: Sie bezahlen tatsächlich alle Strafen?

Rachid Nekkaz: Ich zahle jene Strafen, die für das Tragen von Nikabs auf der Straße ­verhängt werden. Nicht in ­geschlossenen Räumen wie Schulen, Banken oder Shopping-Centers. Da bin ich aus Sicherheitsgründen für ein Verbot. Aber auf der Straße darf man in einer Demokratie einer Frau die Kleidung ­ihrer Wahl nicht verbieten.

ÖSTERREICH: Wie viel haben Sie schon bezahlt?

Nekkaz: Ich habe schon Strafen im Wert von 300.000 Euro bezahlt. Zwei, drei, vier, fünf Millionen sind aber auch kein Problem.

ÖSTERREICH: Sind Sie persönlich für die Verschleierung?

Nekkaz: Nein, aber ich halte es mit dem Philosophen Voltaire: Ich bin nicht deiner Meinung, aber ich kämpfe für deine Meinung!

ÖSTERREICH: Was planen Sie bei Ihrem Wien-Besuch?

Nekkaz: Ich komme mit einer venezianischen Maske nach Wien. Bitte sagen Sie Herrn Sebastian Kurz, ich möchte ihn treffen und von ihm bestraft werden.

 

Quelle: Oe24/Tag24/Krone/Heute/ServusTV/WzI